Oracle Installation

Autoren:
Erich Pettker
Thomas Hoffmann
Ralf Rapude

Teil I des Tutorials
Installation von Oracle 9.0.2i unter Suse-Linux 7.3

Einleitung
Während die Installation einer Oracle Datenbank unter Windows als OS inzwischen relativ problemlos möglich ist, bereitet die Installation des Oracle Datenbanksystems unter Linux zahlreiche Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten resultieren daraus, dass vor der Installation das Betriebssystem zunächst konfiguriert werden muß (z.B. konfiguration der Kernelparameter). Desweiteren ist die Installation an sich noch nicht so weit automatisiert, wie das zur Zeit bei einer Installation unter Windows der Fall ist, so dass gute Kenntnisse z.B. der Userverwaltung aber auch der Einstellungsparameter für Oracle vorhanden sein sollten.

Der Installationsprozess untergliedert sich aus Gründen der Übersichtlichkeit in zwei Teile. Im ersten Teil (diesem) wird nur die Konfiguration des Betriebssystems und die Installation von Oracle beschrieben. Im zweiten Teil wird die Einrichtung von Oracle, sowie die Installation einer Datenbank gezeigt.

Das tutorial ist auch als zip für den Download verfügbar (1,05 MB).

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Systemvoraussetzungen
Um Oracle 9i zu installieren, empfiehlt der Hersteller folgende Systemvoraussetzungen:
Arbeitsspeicher: Minimum 512 MB RAM
SWAP Space: Optimal ist 1 GB aber mindestens so groß wie der Arbeitsspeicher.

Auf unserem System lagen folgende Voraussetzungen vor:
OS: Suse Linux 7.3 professional
Prozessor: Pentium II 750 Mhz
Ram: 512 Mb
HD: 10 GB frei

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Download der Datenbank
Die Datenbank besteht aus drei Paketen, die hier nach einer Anmeldung runtergeladen werden können.

Folgende Pakete müssen vorliegen:
1. lnx_920_disk1.cpio.gz (553,239,173 bytes)
2. lnx_920_disk2.cpio.gz (588,798,999 bytes)
3. lnx_920_disk3.cpio.gz (442,087,410 bytes)

Außerdem sollte hier das Paket orarun.rpm runtergeladen werden, das später noch benötigt wird, um die Kernelparameter zu konfigurieren.

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Vorbereitung des Systems
1.Anlegen der User und Gruppen:
Die Installation und Administration von Oracle sollte unter einem gesonderten Nutzer erfolgen. Dieser Nutzer heißt "oracle" und wird von Suse schon bei der Installation der Distribution angelegt. Er gehört zu den Gruppen dba und oinstall und erhält sein persönliches Verzeichnis im Gegensatz zu anderen Nutzern nicht unter /home, sondern unter /opt/oracle.
Damit die Installation und die Administration von Oracle durchgeführt werden kann, müssen in der .profile des Users oracle noch Pfadangaben für die Arbeit mit Oracle eingefügt werden. Da die .profile unter /opt/oracle noch nicht vorhanden ist, kann sie von einem andern Nutzer in das Verzeichnis /opt/home kopiert werden, um die Umgebungsvariablen zu setzen. Diese Variablen überschreiben beim Login als oracle die unter etc/profile.d/oracle.sh eingelesenen Variablen.

# ORACLE Umgebungsvariablen setzenORACLE_BASE=/opt/oracle; export ORACLE_BASE
ORACLE_HOME=/opt/oracle/IhrOraHome; export ORACLE_HOME
ORACLE_SID=IhreSID; export ORACLE_SID
ORACLE_TERM=xterm; export ORACLE_TERM
ORACLE_OWNER=oracle; export ORACLE_OWNER
NLS_LANG=german_germany.WE8ISO8859P1; export NLS_LANG
ORA_NLS33=$ORACLE_HOME/ocommon/nls/admin/data; export ORA_NLS33

# Den PATH erweitern
set PATH=$PATH:/$ORACLE_HOME/bin

# CLASSPATH:
CLASSPATH=$ORACLE_HOME/JRE:$ORACLE_HOME/jlib:$ORACLE_HOME/rdbms/jlib
CLASSPATH=$CLASSPATH:$ORACLE_HOME/network/jlib

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2. Konfiguration und Überprüfung der Kernelparameter, der C-Bibliotheken und des C-Compilers:
Oracle benötigt unter Suse mindestens den Kernel 2.4.7 und glibc 2.2.2. Welcher Kernel vorhanden ist, erfährt man mit diesem Befehl:

$ uname -a

Die Version der auf Ihrem System vorhandenen C-Bibliotheken erfährt man über diesen Befehl:

$ /lib/libc.so.6

Auf unserem System war als C-Bibliothek die Version 2.2.4 installiert und der Kernel lief in der Version 2.1.10. Ein Update dieser Komponenten war also nicht nötig. Sollte dieses Update nötig sein, kann es über die Update Funktion von Yast/Yast2 unkompliziert durchgeführt werden.

Anschließend wurde noch der vorhandene CCompiler getestet. Über:

$ which gcc

sollte einem der Pfad zum Compiler ausgegeben werden.Und über

$ gcc -v -dumpversion

die Version des Gnu-C Compilers (gcc).

An dieser Stelle kommt jetzt auch das von Suse runtergeladene rpm zum Einsatz. Die Installation des Paketes erfolgen über diesen Befehl:

rpm -Uvh orarun.rpm.

Erledigt wird dabei dieses:

  • Die Umgebungsvariablen wie $ORACLE_HOME werden für jedes Login durch einen Eintrag in der Datei etc/profile.d/oracle.sh gesetzt. Um jedoch diese Variablen exakt auf unser System und unsere Installation abzustimmen, haben wir bereits unter /opt/oracle die Datei .profile angepasst, die beim Login des Users oracle die Einträge in der oracle.sh überschreibt.
  • Der entscheidende Punkt ist das setzen der Kernelparameter wie z.B. max. shared memory (SHMMAX) auf einen Wert wie von Oracle gefordert.
  • Start und Stop der Oracle Datenbank bei startup und shutdown von Linux. Weitere Infos sind unter /usr/share/doc/packages/orarun/README zu finden

3. Hinweis zur Java Laufzeit Umgebung:
In einigen Installation-Guides findet man den Hinweis, dass es zu Problemen kommt, wenn auf einem Linux System bereits ein jre installiert ist, da Oracle sein eigenes Runtime Environment mitbringt. Diese Probleme ließen sich unter Oracle 9.0.2 nicht reproduzieren und wurden offensichtlich in der aktuellen Oracle Distribution gefixt.

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Installation des Datenbanksystems
1. Entpacken der Dateien:
Die vorhandenen drei Pakete müssen zunächst entpackt werden. Dazu schlagen wir folgenden Befehl vor :o):

$ gunzip lnx_920_disk1.cpio.gz lnx_920_disk2.cpio.gz lnx_920_disk3.cpio.gz

Zusätzlich zur Komprimierung sind die benötigten Dateien nochmal in ein cpio Archiv zusammengefaßt worden. Nachdem die Dateien entpackt wurden, muß deshalb die im Archiv zusammengefaßte Verzeichnisstruktur über eine "Dearchivierung" wieder hergestellt werden. Das wird von diesen Befehlen erledigt:

$ cpio -idmv < lnx_920_disk1.cpio
$ cpio -idmv < lnx_920_disk2.cpio
$ cpio -idmv < lnx_920_disk3.cpio

Danach sind im Installationsverzeichnis die Ordner Disk1, Disk2 und Disk3 sichtbar. Ab hier erfolgt jetz die eigentlichie Installation.

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2. Ausführen der Installation:
Um die eigentliche Installation zu starten, ist ein Wechsel in das Verzeichnis Disk1 notwendig. Über ./runInstaller wird die grafische Installation gestartet und das erste Fenster zur Benutzerführung erscheint

Schritt 1:

Oracle Installation, Bild1
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Schritt 2:
Hier wird ein Hauptverzeichnis vorgeschlagen. Diesr Vorschlag kann über einen klick auf OK angenommen werden.

Schritt 2 der Installation
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Schritt 3:
Eingabe des Gruppennamens, zu der der User oracle im Linux System gehört. In diesem Fall ist, da der User bereits angelegt ist und zur Gruppe oinstall und dba gehört, der Gruppenname oinstall. Der Schritt kann so akzeptiert werden.

Schritt 3 der Installation
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Schritt 4:
Angabe des Verzeichnisses, das als Installationsquelle dient und Angabe des Zielverzeichnisses.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 5:
Auswahl der Installationsprodukte. Hier sollte für eine Installation des Oracle Servers und aller Managementtools die oberste Option gewählt werden.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 6:
Auswahl der Installationsart. Auch hier sollte die oberste Option ausgewählt werden, da sie die anwendungsreiste Installationsart darstellt.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 7:
Auswahl der Datenbank, die bei der Installation erstellt wirdt. Es sollte Option 1 ausgewählt werden, da hier eine vorkonfigurierter Datenbank für allgemeine Anwendungen installiert wird.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 8:
Angabe des globalen Datenbanknamens im ersten Feld und eines Namens für die Datenbankinstanz im zweiten Feld.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 9:
Auswahl des Zeichensatzes für die Datenbank. Die oberste Option kann ausgewählt bleiben, da hier der Standard-Zeichensatz des Rechners ausgewählt ist.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 10:
Es werden nochmal alle ausgewählten Komponenten und die Installationskonfiguration angezeigt. Wenn jetzt auf Installieren geklickt wird, gehts los.

Schritt 4 der Installation
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Schritt 11:
Ab geht er, der Peter :o)).

Schritt 4 der Installation
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Schritt 12:
Kurz vor Abschluß der Installation müssen einige Dateien und Verzeichnisse überschrieben werden. Deshalb muß ein Sript als user "root" ausgeführt werden, da dem User "oracle die Berechtigung dafür fehlt. Der Hinweis sieht so aus:

Schritt 4 der Installation

Das Script zur Ausführung heißt root.sh und ist unter /opt/oracle/product/9.0.2 zu finden. Um es auszuführen muß die Konsole geöffnet werden und ein su auf root durchgeführt werden. Dann wird über ./root.sh das Script ausgeführt. Die Abfrage, ob die Dateien, bzw. Verzeichnisse überschrieben werden sollen, mit Enter bestätigen und danach im noch offenen Fenster auf ok klicken, damit die Installation forgesetzt wird.

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Schritt 13:
Es werden noch einige Konfigurationswerkzeuge installiert, deren Installation optional ist. Die Installation dieser Werkzeuge kann auch später wiederholt werden.


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Schritt 14:
Meldung über den erfolgreichen Abschluß der Installation


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Der zweite Teil befaßt sich mit der Installation einer Datenbank und der Einrichtung von Oracle. Zwar gibt es schon bei der Installation von Oracle die Möglichkeit, eine Datenbank zu installieren, es ist jedoch übersichtlicher, diesen Schritt später zu veranlassen, weil die Installation damit deutlich übersichtlicher wird.

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weiter zu Teil II