Oracle Installation

Autoren:
Erich Pettker
Thomas Hoffmann
Ralf Rapude

Teil II des Tutorials
Installation von Oracle 9.0.2i unter Suse-Linux 7.3
Einrichtung der Oracle Datenbank

Installation einer Datenbank
Schritt 1:
Um eine Datenbank unter Oracle zu installieren und einzurichten, ist es sinnvoll, diese Einrichtung mit dem Datenbankassistenten vorzunehmen. Bedauerlicherweise legt Oracle unter Linux keine Bildschirmsymbole für den Aufruf einzelner Tools auf dem Deskstop an und auch im Startmenü finden sich keine Einträge.
Unter /opt/oracle/product/9.0.2/bin finden sich jedoch die Kürzel für den Aufruf einzelner Prograrmme. Da die einzelnen Verzeichnisse bei der Einrichtung des Betriebssystems in den Pfad aufgenommen wurde, können wir jetzt von jeder beliebigen Stelle als user "oracle" einfach dbca in die Kommandozeile eintippen und der Datenbankkonfigurationsassistent wird gestartet. An dieser Stelle kann einfach auf weiter geklickt werden.


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Schritt 2:
Es weden unterschiedliche Optionen für die Verwaltung von vorhandenen Datenbanken angeboten. Da bisher nch keine Datenbank vorhanden ist, sind die Optionen konfigurieren und löschen ausgeblendet. Da eine Datenbank erstellt werden soll, wählen wir Option1.

Schritt 2 der Installation
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Schritt 3:
Dies ist ein wichtiger Schritt, denn ab Oracle 9/9i wird die Möglichkeit geboten Vorlagen zu erstellen, wie eine Datenbank beschaffen sein soll. Wir wählen hier die Option1, da diese Vorlage zur allgemeinen Verwendung gedacht ist. Außerdem werden bei Auswahl dieser Option auch schon alle Datendateien erstellt. Wähle ich die Option3, so wird mir einen neue Datenbank erstellt, aber ohne! die erforderlichen Datendateien.

Beim Klick auf "Details" geht eine neues Fenster auf. Dieses Fenster enhält eine Auflistung aller Parameter für die Datenbankvorlage und kann bei Bedarf als html gespeichert werden. Eine Beispielseite ist hier zu finden.


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Schritt 4:
Hier muß der Name für die Datenbank angegeben werden. Oracle hängt an diesen Namen später den Domainnamen ran, so das dieser Datenbankname später meinname.meinedomain lautet. Außerdem wird hier der Name für die Datenbankinstanz angegeben. WICHTIG: Über diesen Namen, die sogenannte SID kann die Datenbank später referenziert werden. Das heißt, der Zugriff auf die Datenbank, z.B. von einem anderen Rechner aus, ist später über diese SID möglich.


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Schritt 5:
Auswahl, in welchem Modus auf die Datenbank zugegriffen werden soll. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

Option1:
Der Zugriff auf die Datenbank erfolgt über den dedizierten Server Modus. Das heißt, für jeden Client wird eine explizite Verbindung zur Datenbank hergestellt. Diese Einstellung ist sinnvoll, wenn nur wenige Clients gleichzeitig auf die Datenbank zugreifen.

Option2:
Der Zugriff auf die Datenbank erfolgt über den sogenannten Shared Server Modus. Dieser Modus stellt eine Verbindungsverwaltung dar, die analog zu einem Connection Pooling funktioniert. Das bedeutet, eine Anzahl von Verbindungen wird zur Datenbank aufgebaut und ist immer vorhanden. Einem User wird dann eine Verbindung aus diesem Pool zugewiesen. Wird diese Verbindung vom User freigegeben, bleibt die Verbindung bestehen und wird an den nächsten User weitergegeben. Das hat den großen Vorteil, dass nicht immer wieder neue Verbindungen zur Datenbank aufgebaut und wieder freigegeben werden müssen.

Option1 wurde in diesem Fall von uns gewählt, da sie für eine Testinstallation völlig ausreicht.


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Schritt 6:
An dieser Stelle werden die Initialisierungsparameter für die Datenbank angegeben. Dazu gehören die Speicherverwaltung, die Zeichensätze, die verwandt werden sollen, die DB-Skalierung (d.h. der maximale Speicherplatz, der für Sortiervorgänge genutzt werden kann, wobei höhere Werte die Effizienz von umfangreichen Sortiervorgängen erhöhen), die Dateispeicherorte und die Aktivierung des Archivelogmodus. Dieser Modus speichert Redo-Log Dateien, bevor sie wiederverwandt werden. Im Notfall (Plattencrash, Verlust der Datenbank), kann so die Datenbank komplett wiederhergestellt werden. Dieser Modus ist automatisch aktiviert.


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Schritt 7:
Einstellung der Parameter für die Speicherung der Datenbank. In einer Baumstruktur erhält man hier eine zusammenfassende Ansicht in der folgende Objekte angezeigt und angepaßt werden können:

  • Kontrolldateien
  • Tablespace
  • Datendateien
  • Rollback-Segmente
  • Redo-Log-Gruppen


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Schritt 8:
Dies ist der letzte Schritt vor der Erstellung der Datenbank. Standardmäßig ist die obere Checkbox mit einem Haken versehen und bei einem klick auf die untere Checkbox gibt es die Möglichkeit eine eigene Datenbankvorlage zu speichern. Das heißt, es wird so etwas wie ein Template angelegt, dass später mit den eingestellten Parametern erneut aufgerufen werden kann und eine Datenbank erstellt, die den gespeicherten Vorgaben entspricht..


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Beim Klick auf Beenden wird die Datenbank erstellt.


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Schritt10:
Die Datenbank ist jetzt erstellt. Nun müssen noch die Passwörter angegeben werden. Diese Passwörter gelten für den Benutzer Sys und für den Benutzer System. Zur Sicherheit müssen die Passwörter wiederholt werden.


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Nach dem Klick auf "Beenden" ist die Erstellung der Datenbank abgeschlossen und die Passwörter sind gespeichert.

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Einrichten von Oracle
Um überhaupt auf die Datenbank zugreifen zu können, ist es jetzt noch notwendig, eine Listenerprozeß einzurichten. Dafür steht ein Tool zur Verfügung, das über den Aufruf netmgr gestartet wird. Es erscheint jetzt ein Fenster das annähernd analog zum "Net 8 Assistant" aufgebaut ist.


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Wenn im rechten Fenster auf den Ordner "Listener" geklickt wird und danach auf das grünze Kreuz auf der linken Seite, kann ein neuer Listenerprozeß eingerichtet werden. Dann im rechten Teil des Fensters "Database Services" aus dem Dropdown Menü auswählen und bei den Registerkarten auf "Add Database" klicken. Die bei der Installation der Datenbank angegebene SID kann jetzt im Feld SID eingetragen werden. Die Felder Global Database Name und Oracle Home Directory können so belassen werden.

Ein Service Name für die Kennzeichnung der Verbindung zur Datenbank (unter Service Naming auf der linken Seite) muß nicht mehr angegeben werden. Im Gegensatz zu Oracle 8 wird unter der 9i bereits ein Servicename für die Datenbankinstanz angelegt, so dass unter diesem Namen auf die Datenbank zugegriffen werden kann, wenn ein Listenerprozeß angelegt wurde.

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Starten der Datenbankinstanz und des Listener Prozesses
Es fehlen jetzt nur wenige Schritte, um auf die Datenbank zuzugreifen. Dazu gehört das hochfahren der Datenbankinstanz und der Start des Listenerprozesses.

Schritt1:
Zunächst muß in der Datei /etc/oratab folgende Zeile verändert werden:

meindatenbankname:/opt/oracle/product/9.0.2:Y (von N auf Y ändern)

Schritt2: Danach wird der Befehl dbstart ausgeführt.

$ dbstart

Durch die Anpassung der Pfade ist es egal, von welcher Verzeichnisebene dieser Befehl abgesetzt wird. Er wird durch Enter wird ausgeführt und es kommen einige Meldungen die den Status des Starts ausgeben. Die Meldungen schließen mit

Database 'meindatenbankname' warm started

Geschlossen wird die Datenbank über den Befehl dbshut.

$ dbshut

Wenn mehrere Datenbanken vorhanden sind, muß über den Befehl export ORACLE_SID=sid bekannt gemacht werden, welche Datenbank gestartet werden soll.

Schritt3:
Der Listenerprozeß wird über lsnrctl start LISTENER gestartet. Analog dazu wird er mit lsnrctl stop LISTENER

$ lsnrctl start LISTENER
$ lsnrctl stop LISTENER

angehalten. Auch hier werden wieder Statusmeldungen ausgegeben. War der Start des Listeners erfolgreich, schließen diese Statusmeldungen mit dem Satz "Der Befehl wurde erfolgreich ausgeführt". Über den Befehl ps ax | grep LISTENER kann ich mir z.B. die PID des Listenerprozesses ausgeben lassen.

$ ps ax | grep LISTENER

Beim Aufruf des Befehls sqlplus kann ich jetzt über die Angabe von Benutzername/Passwort@Dienstname auf die Datenbank zugreifen.

$ sqlplus
....
sqlplus> .....: Benutzername/Passwort@Dienstname

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